Etappe

1. Etappe: Neustadt bis Platz 14 (Am Herrentisch)

Ort Neidenfels

Am Bahnhof in Neustadt an der Weinstraße gab es Mittags noch einen Kaffee und ein Brötchen auf die Hand und dann ging es eine Zeit lang durch die Stadt und entlang von Weinbergen bis wir endlich im Wald waren. Der Rucksack war schwer und drückte mal hier mal da. Ich habe ihn so lange verstellt, bis ich beschlossen habe nicht mehr drüber nachzudenken. Nach einer Weile ging es dann wirklich. Thomas schläft manchmal der rechte Arm ein, aber auch das wird mit der Zeit besser. 

Orientierung, oder wo geht’s lang?

Es ist Sonntag und viele Wanderer sind unterwegs auf dem schönen Weg an am Mußbach entlang. Einsam ist anders. Um halb vier kehren wir im Forsthaus Silbertal ein wo es sogar ein vegetarisches Gericht gibt. Im Pfälzer Wald gibt es viele kleine Hütten in denen es eine Kleinigkeit zu essen gibt, allerdings eher Saumagen. Zu Zeit haben die allermeisten Hütten jedoch wegen Corona geschlossen. Wir füllen für alle Fälle noch mal unsere Trinkblasen auf der Toilette auf und dann geht es weiter. Vor dem Forsthaus finden wir die Markierung für unseren Wanderweg nicht. Es stehen eine ganze Menge sich sternförmig ausbreitende Wege zur Verfügung. Wir entscheiden nach Himmelsrichtung und bereuen das nach einigen Kilometern. Anfängerfehler: Wir haben zwar einen GPS-Track von der Route, aber leider nicht die Karte runtergeladen und im Wald gibt es kein Internet. Unsere Wanderkarte im Maßstab 1:40 000 ist spätestens nachdem man sich verirrt hat auch nicht mehr hilfreich. Immerhin erkennen wir auf der Karte, dass hier die meisten Wege um die Berge herumführen, wir aber nicht um den aktuellen Berg herum wollen, sondern auf den nächsten Berg rauf. Also geht es auf ganz kleinen Wegen quer durch den Wald und ein bisschen hin und her. Wir werden langsam müde und trösten uns damit, dass wir ein Zelt dabei haben. Wenn alles klappt, ist es ja auch kein Abenteuer. Als wir hinter dem nächsten Berg wieder auf den Wanderweg stoßen, haben wir kaum Umweg gemacht (das sehen wir allerdings erst abends auf dem GPS-Track).

Es geht jetzt nur noch bergab bis zur Burgruine Neidenfels und dann durch den Ort an der Papierfabrik vorbei über den Hochspeyerbach und auf der anderen Ortsseite den Berg hoch. Es geht eigentlich jeden Abend den Berg hoch. Das ist besonders am ersten Tag nicht lustig. Immerhin hat Thomas das Zelt am Rucksack hängen, und den Kocher. Also kann ich mich nicht beklagen und halte durch. Als wir nach knapp 18 gelaufenen Kilometern um viertel nach acht am Trekkingplatz ankommen sind wir jedenfalls beide geschafft.

Der erste Trekkingplatz

Im Wald verteilt stehen bereits vier Zelte und ein Tarp mit Hängematte drunter. Damit sind alle geraden Flächen zwischen den Bäumen belegt und wir suchen uns den am wenigsten schrägen Platz um unser Zelt aufzubauen. Ich bin etwas in Sorge weil sowohl meine Thermarest Matte als auch mein Schlafsack sehr glatt sind. Ich kenn das schon, auf schiefer Ebene ergibt das eine Gleitfahrt Richtung Zeltwand. Aber was solls, dann stehen wir eben für auf und sind morgen die ersten auf dem nächsten Platz.  Die Nachbarn haben übrigens das gleiche Zelt wie wir, günstig und kein Schrott.

Die Komposttoilette ist sauber und stinkt nicht. An der Außenwand ist ein Behälter mit Desinfektionsmittel angebracht. So ist das auf allen Plätzen.

Eine Feuerstelle gibt es auch und weil die Waldbrandgefahr nicht groß ist, dürften wir auch Feuer machen und unseren Kocher benutzen. Feuer hat aber keiner gemacht und wir wollen auch zügig ins Bett. Leider sitzt hier jede Gruppe (vielleicht wegen Corona) für sich, dabei hätte ich gern den Trapper gefragt, wie das sich in einer Hängematte im Wald liegt. Unsere Nachbarn sind zwei Studenten deren lautes Quatschen uns das Vorlesen ersetzt . Wir haben einen Ebookreader dabei, aber rückblickend hätten wir uns diese 200 Gramm sparen können.

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