Road to Svendborg

Was war denn nun mit dem Silverrudder 2018?

Silverrudder Start

Um es kurz zu machen: Nichts. Das Silverrudder 2018 war eine Sturmregatta in der kein Mini 6.50 und in der Klasse Kielboot Mini am Schluss überhaupt nur 3 angekommen sind. Für mich war der angesagte Sturm deutlich zu viel und so bin ich zusammen mit Katrin nur mit dem Auto in Svendborg gewesen.

Endspurt einer 10 Monate langen Vorbereitung

Die heiße Phase der Vorbereitung fing wirklich gut an. Katrin war mit dem Marstal-Schoner Zuversicht unterwegs und so bin ich ganz alleine mit der Polka zu meinem ersten Einhand-Segelwochenende aufgebrochen.

Alleine Ablegen

Ich habe das Boot ganz in Ruhe und bedächtig vorbereitet. Jede Leine lag genau an ihrem Platz oder war fein säuberlich aufgeschossen. Der Autopilot wartete gut vorbereitet auf seinen Einsatz und an eine Sorgleine hatte ich eine Sicherungsleine zum Bug gebunden. Trotz Seitenwind konnte ich so die Bugleinen und die Lee-Heckleine loswerfen und in Ruhe aufschießen. Ich konnte beim Ablegen sogar noch ein nettes Pläuschchen mit dem Steg Nachbarn halten. Dann ging es los.

Alleine Segeln

Draußen erwarteten mich 3-4 Windstärken, recht konstant aus Nordwest. Das Setzen des Großsegels lief recht schleppend. Der Einfädler ist ziemlich verschlissen. So rutscht das Segel beim Hissen oft aus der Nut. Die Arbeit muss also vom Mast aus gemacht werden. Die Fallenklemmen sind aber im Cockpit. Das muss vor dem Silverrudder unbedingt noch repariert und verbessert werden!

Ich beginne mit einem Amwindkurs Richtung Schilksee. Nachdem ich einige Frachter durchgelassen habe überquere ich die Fahrrinne. Dabei leiste ich mir das erste kleine Rennen mit einer älteren Dehler. Mit einem gefühlten Sieg, die Dehler hat irgendwann den Kurs gewechselt, übe ich Wenden und Halsen, mit und ohne Selbststeueranlage.

Ein ziemlich perfekter Vorbereitungstag endet in Laboe. Das Anlegen klappt super. OK, keine große Schwierigkeit. Wir haben Wind von vorne und einen Fingersteg. Als der Nachbar sieht, dass ich alleine an Bord bin, springt er von seinem Boot und nimmt noch meine Leine an. Aber Erfolge nimmt man wie sie kommen.

Sicher in Laboe angelegt

Später erreicht mich die Nachricht, dass meine Tochter mit dem Rad gestürzt ist und im Krankenhaus liegt. Ihr ist nichts schlimmes passiert. Dennoch beschließe ich Samstag Mittag zurück nach Dortmund zu fahren. Es gibt halt deutlich wichtigeres als Segeln.

Der Samstag begrüßt mich wieder mit herrlichem Wetter und 3 Beaufort aus Nordwest. Nach dem Duschen und Bezahlen geht’s noch vor dem Frühstück los. Der Wind steht auf die Hafeneinfahrt und so setze ich die Segel gleich beim Rausfahren. Bei den flachen Wellen in der Förde funktioniert das ganz passabel. Hart am Wind verlasse ich die Förde Richtung Norden. Draußen schläft der Wind zeitweise ein und ich gönne mir noch ein “Scharmützel” mit einer kleinen Seascape. Bei den Windverhältnissen komme ich immer näher ran. Schließlich mache ich mir Sorgen, pünktlich zurück zu sein und drehe ab.

Jetzt so gegen elf, zwölf Uhr erfolgt eine wahre Massenflucht aus der Förde. Hunderte Boote kommen mir mit Vorfahrt entgegen. Eine wahre Slalomfahrt bis in die Fahrrinne vor Wendtorf beginnt. Ich beschließe die Selbststeueranlage abzumachen und selber zu steuern. Bei jetzt wieder besseren Windverhältnissen und raumen Kursen geht die Fahrt schnell zu Ende.

Zum Bergen der Segel gehe ich zunächst auf einen Kurs hart am Wind, werfe die Großschot los und berge das Groß. Dann wieder auf den alten Kurs. Zum Üben mache ich das Manöver deutlich zu früh und segel noch eine ganze Weile nur unter Genua bis zur Ansteuerung, wo ich den Motor starte und auch die Genua runter nehme.

Dann schnell ab nach Dortmund zu meiner Tochter. Ihr geht es übrigens wieder gut. Glück gehabt.

Einkäufe

Es folgte die Zeit für die letzten Vorbereitungen. Die Lebensmittel und fehlenden Ausrüstungsgegenstände müssen beschafft werden. Wir haben uns einen neuen Gaskocher geleistet. Einen Jetboil. Tolles Teil, das Wasser kocht tatsächlich in wenigen Sekunden, gefühlt 50 mal schneller als mit dem alten Kocher.

Der neue Kocher, ein Jetboil

Dann gab es noch frische Batterien für die vorhandenen Taschenlampen und das Hand-GPS, einen neuen Suchscheinwerfer und eine wasserdichte Hülle für das Tablett. Außerdem habe ich mir einen Fitness Timer geleistet. Einen Gymboss Intervall-Timer. Der weckt einen in einem beliebigen Intervall. Zum Beispiel alle 10 Minuten. Und das tut er nicht nur mit einem lauten Piepen, er vibriert auch ganz fürchterlich. Den Timer habe ich auf 15 Minuten gestellt und an meinen Kragen geclipt. Bei meinem “Power Napping” Training eine hervorragende Hilfe. Töne kann man in seinen Traum einarbeiten, die Vibration niemals.

Gymboss Intervall-Timer und Batterien

Generalprobe

Die Generalprobe bin ich dann ein Wochenende vor dem Silverrudder zusammen mit Katrin gefahren. Katrin nur als Backup. Alleine Segeln war angesagt. Wie eine Generalprobe so sein muss, lief es nicht rund. Bei 5-6 Windstärken haben wir im Hafen schon einmal einen kompletten Leinensalat gehabt. Ich hatte die Woche davor als hinteren Festmacher unsere 30 Meter-Leine genommen. Auf die Enden habe ich jeweils ein Auge geknotet und dann die Leine über Kreuz genommen. Leider völlig verwickelt.

Draußen wurde es nicht besser. Das Segel Setzen hat schlichtweg nicht geklappt. Am Ende hat Katrin den Autopiloten gespielt und ich habe gefühlte 10 Minuten gebraucht, das Groß hoch zu kriegen. Das haben wir zur Übung natürlich gleich noch einmal gemacht. Dieses Mal dauerte es nur noch zwei Minuten. Den Grund für meine extremen Schwierigkeiten haben wir erst im Hafen gesehen. Der eh schon stark verschlissene Einfädler fürs Groß ist aus Kunststoff und war jetzt komplett zerbrochen.

Der alte Einfädler aus Kunststoff ist zerbrochen

Dadurch rutschte das Segel ständig aus seiner Führung. Immerhin hat das Beiliegen auf Anhieb super geklappt. Ich wollte das unbedingt noch mit der Polka vorm Silverrudder ausprobieren, da ich dem Autopiloten bei viel Wind und Welle nicht trauen kann. Ich wollte wenigstens sicher sein, kurz zur Toilette gehen oder mit etwas zu Essen holen zu können.

 

Das Wetter entscheidet

Dann die ersten ernst zu nehmenden Wetterberichte. Böen bis Orkanstärke waren für das Silverrudder-Wochenende angesagt. Da habe ich noch die These ausgegeben, so schlimm wird’s schon nicht. Einen neuen Einfädler aus Metall habe ich absolut unbürokratisch bei Hahnfeld Masten in Bremen bestellen können und per Expressversand kam er auch noch früh genug an. Doch es kam schlimm. Mittwoch Abend habe ich mich von Dortmund aus auf den Weg nach Kiel gemacht. Die Nacht noch sollte es mit dem Boot nach Svendborg gehen. Donnerstag bis 18 Uhr war Anmeldung. Also noch genug Zeit auch für ein paar Stunden Vorschlafen nach der Anreise.

Als dann auf der Fahrt nach Kiel die Prognose immer noch bei weit über 40 Knoten lag, konnte ich nur absagen. Das Schlimmste an der Prognose war, dass am Montag zur Rückfahrt noch ein Peak angesagt war. Wir hätten in Svendborg bleiben müssen und so viel Urlaub haben wir beide nicht übrig. Also war nichts mit dem Silverrudder 2018. Ich war traurig, aber sicher die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Winterlager statt Silverrudder

Donnerstag morgens habe ich den neuen Einfädler mit Blindnieten am Mast angebracht. Und eine Klemme. In die Klemme kann ich nach dem Segelsetzen das Großfall befestigen und das Fall vom Cockpit aus dichtholen. Wenn ich das Fall am Ende stramm ziehe, fliegt es aus der Klemme.

Wir waren gerade aus dem Tonnenstrich, was bei dem Seitenwind unser Glück war, da ging auch schon der Motor aus. Kein Sprit mehr. Ich war mir 100 % sicher, dass ich den Sprit die Woche davor aufgefüllt hatte. Eine Erklärung fehlt mir bis heute für den extremen Spritverbrauch. Nachdem ich den Tank aufgefüllt hatte, ging es ans Segel setzen.

Das Segel setzen bei 6 bis 7 Windstärken funktionierte absolut problemlos und ohne große Anstrengung. Warum haben wir das Problem nicht schon viel früher angegangen?

Dann sind wir gegen den Wind in die Kieler Förde zum Winterlager gesegelt. Die drei Stunden Segeln waren trotz zeitweise 7 Windstärken noch einmal wunderschön. Zu zweit und wissend, dass danach nicht wie beim Silverrudder noch mindestens 30 Stunden und mindestens eine Nacht folgen.

Tief in Kiel an der Schwentinemündung war der Wind wie weggeblasen. So verlief das Kranen problemlos.

Polka im Kran
Polka im Kran

Unser neuer Lagerbock macht einen super zuverlässigen Eindruck und hat endlich die großen Auflagen, auf die man einen Mini stellen sollte.

Lagerbock

Svendborg, wir kommen

Unser Abenteuer Silverrudder 2018 hatten wir uns so vorgestellt, dass Katrin mit mir das Boot nach Svendborg überführt. Dann wollte Katrin in Svendborg bleiben und mich von Land aus unterstützen. Dafür hatte sie sich, das erste Mal überhaupt, per Airbnb ein Zimmer in Svendborg gebucht. Die Erweiterung auf zwei Personen war kein Problem. Wir sind, nachdem wir das Boot so einigermaßen ausgeräumt hatten, Freitagmittag Richtung Svendborg aufgebrochen. Die Startverschiebung mindestens auf Samstag war zu dem Zeitpunkt schon klar. Wir kamen pünktlich zur letzten Skipperbesprechung im Hafen von Svendborg an. Zumindest das wollte ich unbedingt miterleben.

Skipperbesprechnung

Die Richtung “im Uhrzeigersinn” wurde ausgegeben. Also als erstes gegen den Wind, aber mit dem Strom durch die enge Svendborgsund-Brücke. Ein Novum, sonst geht es immer mit dem Wind los. Die Regattaleitung wollte aber vermeiden, dass die Boote nachts bei angesagten 3 Metern Welle die Nordseite von Fünen gegen den Wind passieren müssen. Außerdem hätten sie dann gegen den Strom durch die Große Belt Brücke gemusst. Sicherlich die richtige Entscheidung!

Spätestens jetzt war ich absolut sicher, mit der Absage die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Gegen den stürmischen Wind durch die Brücke konnte ich mir gar nicht vorstellen. Der Redner mahnte dann auch, die Brücke nacheinander und vorsichtig zu durchqueren. “Das Rennen gewinnt man nicht an der Brücke!” Ich kann vorweg nehmen, das haben die Meisten bis zum nächsten Morgen komplett vergessen, da war besonders in den großen Bootsklassen ein Hauen und Stechen wie man es sich kaum vorstellen kann.

 

Kommt man beim Silverrudder als Zuschauer auf seine Kosten?

Nach der Skipperbesprechung sind wir zunächst zum Einchecken gefahren. Das kleine Häuschen mit unserem Zimmer befand sich auf der gegenüberliegenden Seite des Svendborgsundes. Die Fahrt über die Svendborgsund-Brücke lieferte einen ersten Eindruck, was am nächsten Morgen zu erwarten war. Ein ganz übler Wind gegenan.

Die nette Dame, die uns öffnet, ist selber Seglerin. Leider haben wir zu wenig Zeit für einen längeren Plausch, wäre sicherlich interessant geworden. Für den Abend war im Hafen noch ein Essen von der Regattaleitung geplant. Ein guter Anlass nette Leute kennen zu lernen und etwas “Regattafeeling” aufzusaugen.

Also lassen wir uns nur kurz die Räumlichkeiten zeigen und schon geht’s wieder rüber zum Hafen. Wir machen noch eine Runde an den Minis vorbei. Dort treffen wir Hasso, der für morgen mit seinem Mini gemeldet, aber nicht ganz sicher ist ob er  mitfahren wird. Außerdem lernen wir unseren Stegnachbarn aus Wendtorf, Martin kennen. Er ist noch fest entschlossen am nächsten Tag mitzufahren.

Der Veranstalter war diesen Abend auf die große Anzahl von Gästen dann doch nicht vorbereitet. Offensichtlich waren wie wir noch einige gekommen, die nicht im Hafen liegen, aber Hunger hatten. Nachdem das Hauptgericht vergriffen war, wurden kurzerhand noch Sandwiches zubereitet. So wurden am Ende eines kurzen Abends doch noch alle satt.

Später lernen wir noch Harald kennen. Harald ist der Skipper der Platu 25 “Honk”. Sehr aufgeschlossen und nett. Wir unterhalten uns einige Zeit mit ihm. Er wird in einem tollen Rennen zweiter der Klasse Kielboot Mini.

Wir stapfen abends mit unserem neuen Hand-Suchscheinwerfer durch das Unterholz an der Svendborgsund-Brücke um einen guten Platz für den morgigen Start zu finden. Wir beschließen aber, den Start von oben aus anzusehen. Dort ist die Übersicht super.

Der Start

Von der Brücke aus kann man die Tonnen in der Strömung tanzen sehen. Der Strom ist mit 3,5 Knoten vorhergesagt. Später spricht man sogar von bis zu 4,5 Knoten! Immerhin schiebt der Strom in die richtige Richtung.

Im gut windgeschützen Hafen treffen wir Hasso, der noch unentschlossen ist. Wir berichten ihm von der Strömung, die ihm bei der Passage der Brücke zugute kommt. Kurzerhand beschließt er, es zumindest zu versuchen.

Eine halbe Stunde vor dem ersten Start bricht rege Betriebsamkeit im Hafenbecken der “Kleinen” aus. Die ersten werfen ihre Motoren an, jeder findet noch eine Leine, die nicht richtig liegt, Vorsegel werden angeschlagen. Wir treffen Fabian, der wie wir mit dem Auto statt mit dem Mini hier ist. Er hilft Hasso noch beim Ablegen und wir verabreden uns auf der Brücke.

Außer uns finden sich nur eine Handvoll Zuschauer auf der Brücke ein. Der Wind bläst hier schon beängstigend. Unten kreisen die kleinen Boote vor der Startlinie. Insgesamt haben sich 20 Boote in der Klasse Kielboot Mini für diesen Start angemeldet. Ursprünglich waren um die 90 gemeldet.

Von den 20 fahren aber bei weitem nicht alle durch die Brücke. Einige sehen bereits vor dem Start ein, dass hier eine Grenze für die Kleinen erreicht ist. Andere fahren nur mit Groß oder stark gerefften Segeln durch. Die ersten Schäden gibt es dennoch. Ein Boot läuft auf ein Flach direkt hinter der Brücke, kommt aber aus eigener Kraft und ohne Motor wieder frei. Ein anderer verfängt sich an einer Fahrwassertonne. Hasso kommt schlecht durch die Brücke, schafft es aber mit seiner unglaublicher Ruhe und Übersicht, nicht vor den Pfeiler zu fahren, sondern zwischen Pfeiler und vorgelagertem Betonklotz hindurch zu steuern. Der Vorfall bringt ihn aber dazu, nach einer Viertelstunde ebenfalls das Rennen abzubrechen und zurück nach Svendborg zu segeln. Eine vernünftige und nachvollziehbare Entscheidung.

Außer ihm kommen einige Boote zurück, nachdem sie den noch deutlich stärkeren Wind und die fiese steile Welle jenseits der Brücke erlebt haben.

Die ersten drehen um

Je größer die Boote an diesem Morgen wurden, desto weniger schien sie der starke Wind zu beeindrucken. Hier gab es dementsprechend dann aber auch die größeren Schäden. Ein Skipper hatte bei ähnlicher Situation weniger Glück als Hasso. Er steuerte seine Dehler mit voller Wucht gegen den vorgelagerten Betonklotz.

Brücke gerammt

Ein anderer schrabte an einem Betonklotz entlang und beschädigte seine Wanten. Beide gaben danach auf. Eine Luffe knallte gegen eine Steinpackung. Scheinbar gab es noch einige leichtere Kollisionen. Weitere 3 Boote sahen wir, die direkt hinter der Brücke aufgelaufen sind und freigeschleppt werden mussten. Siehe auch diesen interessanten Yacht Beitrag: Demolition Derby in der Dänischen Südsee.

Mitten durch ein Starterfeld fuhr dann noch eine wild hupende Fähre.

Fähre Starterfeld silverrudder
Die Fähre kommt

Ein Wunder, dass es bei der Aktion kein Kleinholz gab. Mehrmals sahen wir drei vier Boote gleichzeitig durch die enge Brückendurchfahrt fahren.

Positionskämpfe an der Brücke
Das war knapp
Auch bei den kleinen geht’s eng zu
Drei Boote unter der Brücke

Auch schien es uns, als seien Vorfahrtsregeln kurz vor und unter der Brücke oft vergessen worden. Einige haben allerdings auch “meine” Strategie genutzt. Ich hatte mir vorgenommen ganz am Ende des Feldes in aller Ruhe durch die Brücke zu fahren. Die Strategie hat sich beim Zuschauen noch einmal verfestigt. Dieses Enge ist nichts für mich.

Auf die am Ende startenden Multis haben wir verzichtet. Nicht unsere Klasse, nicht unser Interesse. Von Fabian haben wir den Tipp bekommen, nach Helnaes zu fahren. Die Halbinsel liegt am Anfang des kleinen Belts.

Schon die Fahrt auf die Insel hat sich gelohnt. Eine schmale Straße führt hinüber. Auf der einen Seite das wild tosende Meer, von dem die Gischt über die Straße fliegt. Auf der anderen Seite eine ruhige Bucht mit Kitesurfern, die ihren Spaß bei dem starken Wind haben.

Tolle Gegend

Vorne am Leuchtturm sahen wir nur wenig von den vorbeifahrenden Booten. Die Skipper hielten einen ordentlichen Sicherheitsabstand um nicht in eine Legerwall Situation zu geraten. Wie sinnvoll das war, hören wir etwas später. Eine X-Yacht ist nicht weit von hier gestrandet. Zu diesem Zeitpunkt bekommen wir die Information, dass die Black Maggy nach einer 47 Knoten Boe aufgeben wollte und beim Abdrehen entmastet wurde. Sehr oft, wie auch jetzt, denke ich mir an diesem Tag: “Gut, dass ich beim Silverrudder 2018 nicht mitgefahren bin!”.

Nur unter Fock Richtung kleiner Belt

Dann geht’s für uns weiter nach Middelfahrt. Hier machen wir erst einmal Pause und gehen Essen. Danach fahren wir an einen schönen Aussichtspunkt kurz vor der Eisenbahnbrücke. Auf die Brücke verzichten wir. Wir sind schon durchgefroren. Was sollen bloß die Skipper der kleinen Klassen sagen, die nicht die Möglichkeit haben kurz einen Tee oder eine Suppe zu kochen.

Zunächst kommen 2 Trimarane in einem Affenzahn um die Ecke geschossen. Selbst die beiden bleiben dann aber im immensen Gegenstrom hier an der Engstelle fast stehen und versuchen ihr Glück auf der anderen Seite. Der hintere der beiden hat seine Segel schon ordentlich ramponiert. Im Winter kann er sich einen neuen Satz Segel bestellen, die sind nicht mehr zu retten!

Es kommen immer mehr Boote um die Ecke. Sehr interessant sind ihre unterschiedlichen Strategien mit der Gegenströmung fertig zu werden. Ganz am Rand geht ein Nehrstrom. Später kommt noch Fabian und wir bleiben so lange, bis wir nur noch die Lichter der vorbeifahrenden Boote sehen können. Er gibt uns noch eine Menge Tipps und erzählt von seinen Erfahrungen aus den bisherigen Silverrudder Teilnahmen. Beim nächsten Mal müssen wir ihn unbedingt mal fragen, ob wir ein Interview mit ihm führen und daraus einen Podcast produzieren dürfen. ;-}

Den nächsten Morgen frühstücken wir ordentlich, fahren zum Hafen und sehen uns noch den Zieldurchlauf einer Yacht an. Am Ende gibt es in den großen Klassen und den großen Multis sogar noch neue Rekorde. In der Klasse Kielboot Mini bleibt der Rekord von Morten mit seinem Mini 6.50 bestehen, 23 Stunden und 6 Minuten.

Für die Rückfahrt nehmen wir an diesem Tag die Fähre nach Als. Wenigstens einmal beim Silverrudder 2018 auf dem Wasser sein.

Thomas
Thomas auf der Fähre

 

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