Sportseeschifferschein

7 Tipps für die SSS-Praxisprüfung

Segelpodcast

Wir haben im August unsere Prüfung zum Sportseeschifferschein (SSS) gemacht. Da es seit diesem Jahr eine neue Prüfungsordnung gibt, wollen wir euch ein wenig darüber berichten und evtl. ein paar Tipps geben. Das Bild ist unser neues Podcast-Logo. Schaut doch mal auf iTunes oder radio.de vorbei!

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7 Tipps für die SSS-Praxisprüfung

Hier kommen unsere 7 Tipps für die Prüfung.

1.Theorie gut vorbereiten

Wir hatten alle schon die theoretischen Prüfungen zum SSS in der Tasche. Also Haken hinter die Theorie setzen? Weit gefehlt. Die Prüfer haben uns ausführlich an Bord befragt. Unser Skipper hat uns zum Glück in der Woche vor der Prüfung darauf vorbereitet (Stichwort “Bootcamp”). Alleine hätte ich die Vorbereitung auf die Theoriefragen in der praktischen Prüfung unterschätzt. Wir haben tatsächlich alle Notrollen (Mann über Bord, Feuer, Wassereinbruch, Sturm, Mastbruch, Ruderschaden, Rettungsinsel klarmachen, Motorschaden) durchgesprochen und schriftlich festgelegt. Also: Welche Aufgaben werden im Notfall von welchem Crewmitglied übernommen. Wir wussten auch alle, wo die benötigten Ausrüstungsgegenstände an Bord zu finden sind: Wo ist das Werkzeug, Seenotsignale, Bootsmannstuhl, Lochpfropfen, etc….

Während der Prüfung wurden wir dann befragt: Was macht man, wenn der Motor zu heiß wird?  Das ging so in die Richtung: Abklopfen, ob der Prüfling sich in Notfällen zu helfen weiß. Dann ging es um Rettungsaktionen. Wir hatten in der Prüfungsvorbereitung praktisch ausprobiert eine Person mit dem Rettungssegel zu bergen. Das konnten wir anschaulich berichten und zeigen, dass wir uns ausführlich mit dem Problem befasst haben. Da kann man dann ruhig ins Detail gehen: Wie schlägt man das Segel so an, dass die Person nicht zwischen Boot und Segel durchrutscht. Die Prüfer haben ja nur begrenzt Zeit, also wenn man über ein Thema gut bescheid weiß: Reden, reden, reden. Wie bringt man die Rettungsinsel aus? Wieder reden, reden, reden.

Dann waren die Revierkunde und Törnplanung ein großes Thema: Wann geht hier welcher Strom, wie fahre ich am Besten bei starkem Wind nach Den Helder. Hier hat gepunktet, wer den Revierführer vorher mal in der Hand gehabt hat.

2. Bei Hafenmanövern wird die ganze Mannschaft geprüft

Bei Hafenmanövern haben die Prüfer immer die gesamte Mannschaft im Blick. Also nicht mit der Konzentration nachlassen, wenn ihr das Steuer aus der Hand gebt. Der Steuermann gibt zwar die Kommandos und jeder sollte nur auf Kommando handeln, es schadet aber nichts, schon an der richtigen Position zu stehen, wenn es so weit ist und keinen Leinensalat in der Hand zu haben. Ansonsten gilt: Klare Anweisungen geben, die Mannschaft sinnvoll einteilen und immer die Kontrolle über das Boot behalten. Und immer schööön langsam! Von schneidigen Manövern waren die Prüfer nicht beeindruckt. Beim Ablegen sollten bei uns alle nicht unbedingt benötigten Leinenverbindungen rechtzeitig gelöst werden. Also nicht zur Vorsicht noch die Achterleine locker mitführen wenn ihr durch Eindampfen in die Vorspring längseits vom Steg ablegt.

3. Klare Kommandos bei Segelmanövern

Die Segelmanöver waren bei uns unspektakulär: Wenig Wind. Ansonsten das gleiche wie im Hafen: Klare Kommandos geben und souverän schauen. Segelsetzen,Wende, Halse, Beiliegen, später Segel bergen.

4. Motor benutzen beim Boje über Bord Manöver

Nach der neuen Prüfungsordnung kann das Boje über Bord Manöver mit Motorunterstützung gefahren werden. Wir haben die Prüfer vorher dazu befragt und die klare Ansage bekommen: Immer mit Motorunterstützung fahren und den Motor auch einsetzen, also kräftig Gas geben und zügig zur Boje fahren. In der Vorbereitung hatten wir alle Varianten (Quickstop, Teardrop usw.) ausprobiert, gefahren sind wir dann alle klassisch die Q-Wende. Das Vorsegel haben wir dabei möglichst schnell eingerollt. Wir hatten uns vorher genau abgesprochen, wie derjenige der die Boje aufnimmt den Steuermann zur Boje lotst. Wie weit sind 10 Meter? 10 Meter sind ganz schön dicht, wenn man noch viel zu schnell ist, und noch weit weg, wenn man schon fast steht. Waren wir zu schnell, hat der Fänger eher 5 Meter angesagt, waren wir zu langsam eher 15. Wenn die Boje nicht mehr zu sehen ist: Auskuppeln! Wenn man noch zu schnell ist beim Erreichen der Boje kann man eventuell mit starken Ruderausschlägen bremsen.

5. Wetterkarten zeichnen

Wir haben in der Vorbereitung jeden Morgen eine Wetterkarte gezeichnet und uns überlegt, wie das Wetter wird. Die Aufzeichnungen haben wir den Prüfern gezeigt und das Wetter vom aktuellen Tag erklärt. Dann gab es noch ein paar allgemeine Fragen zum Wetter. Wer gut auf die theoretische Prüfung vorbereitet ist, hat hier keine Probleme.

6. Für die terrestrische Peilung: Karten auswendig kennen

Peilen haben wir kaum geübt, können wir ja. In der Vorbereitung hatten wir mit kleinen Sportbootkarten vor der Hafeneinfahrt gearbeitet, in der Prüfung haben wir uns dann außerhalb dieser Karte wiedergefunden. Das hat Zeit gekostet, nun mussten wir uns erst orientieren: Welche Objekte sind auch in der großen Karte dargestellt? Aber auch hier: Nicht aus der Ruhe bringen lassen, Peilen können wir schließlich alle. Die Prüfer haben hier ein wenig Druck aufgebaut: “Sie befinden sich in einer Notsituation, Sie brauchen schnell eine Position”. Wer sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lässt, bekommt hier Punkte.

7. Radarpeilung ist schwierig

Das war die Disziplin, an der in unserer Prüfung die meisten Kandidaten gescheitert sind. Zunächst musste man zeigen, dass man das Gerät verstanden hat, bedienen kann und erklären kann was sich gerade so auf dem Schirm tut. Dann musste der Standort bestimmt werden. Das war mangels peilbarer Objekte gar nicht einfach. Also mein Tipp, besonders für die, die auf dem eigenen Schiff kein Radar haben: Üben, üben, üben. Nicht auf Lücke arbeiten, das reicht hier nicht.

Unsere Tipps für die theoretische Prüfung Navigation gibt es hier, inklusive einem Tool um die Übungskarte zu lernen:
theoretische Prüfung Navigation

 

Info: Sportseeschifferschein

Den Sportseeschifferschein (SSS) brauchst du, wenn du Sportboote gewerblich fahren willst. Der Schein gilt für küstennahe Gewässer (bis 30 Seemeilen vom Land entfernt, die ganze Nord- und Ostsee und ein paar weitere Gewässer). Die Einzelheiten kannst du hier nachlesen:Rechtliche Grundlage SSS. Am 10. Mai 2017 ist eine neue Prüfungsordnung in Kraft. Voraussetzung für den Erwerb ist, das du mind. 16 Jahre alt bist, den SBF-See hast und 1000 Seemeilen in küstennahen Seegewässern nach Erwerb des SBF-See als Wachführer oder dessen Vertreter gefahren bist. Dazu musst du ein entsprechendes Formblatt ausfüllen. Auf Nachfrage musst du diese Meilen auch mit Logbüchern oder Meilenbüchern belegen können. Neu ist, das man in der praktischen Prüfung nur noch einen Versuch für jedes Manöver hat und das immer beide Prüfer die Maöver gemeinsam beurteilen.

Transksript des Podcast:

Thomas: Heute in unserem ersten Podcast wollen wir euch von unserem ersten großen Projekt berichten. Das war der Sportseeschifferschein, der SSS. Und da speziell über die praktische Prüfung.

Katrin: Wir dachten, das ist vielleicht für euch interessant weil es jetzt ja eine neue Prüfungsordnung gibt und wir mit zu den Ersten gehören, die nach der neuen Prüfungsordnung geprüft wurden. Neu ist bei der Prüfung vor allem, dass man nur noch einen Versuch bei den praktischen Übungen, also beim An- und Ablegen und beim Boje über Bord Manöver hat. Und das beide Prüfer immer zusammen prüfen. Also es ist nicht mehr so wie früher, dass einer mit einem Prüfling unter Deck geht und der andere draußen die praktische Prüfung von jemand anders abnimmt.

Thomas: Und eigentlich ist es so, dass der DSV erkannt hat, dass der Schein eigentlich die Bootsführung beinhalten sollte, d.h. man sollte zeigen, dass man Leute einteilen kann, dass man erklären kann, warum man die Leute so eingeteilt hat, dass man die Manöver erklären kann…

 

 

 

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