MINImal leben

Vorbereitung auf den GR221

Trockenmauerweg GR221 Mallorca
Frühstück an Bord
ThomasDer begeisterte Segler von uns beiden

Was wir vorhaben

Heute ist der 5. Oktober 2019. Tag 1! Eigentlich ist es nicht Tag 1. Nicht einmal die Idee hatten wir heute. Das alles lag irgendwann in der Vergangenheit. Eher schleichend und kein wirklicher Tag. Aber heute ist der Tag, an dem ich die Idee hatte, über unser großes Winterprojekt zu berichten. Mitte Februar wollen wir den GR221 wandern. Beim GR221 handelt es sich um den „großen“ Fernwanderweg Mallorcas. Er führt einmal längs durch die Serra de Tramuntana. Das große Gebirge im Norden Mallorcas, das vom Meeresspiegel bis auf den Puig Major, dem höchsten Gipfel Mallorcas auf 1445 Metern, ansteigt. Zugegeben, auf den Puig Major darf man gar nicht drauf. Da befinden sich irgendwelche Abhörstationen. Wie hoch wir wirklich gehen und wie viele Höhenmeter wir überwinden müssen, schaue ich demnächst mal nach und informiere euch. Aber es werden viele Steigungen werden. Das Tramuntana Gebirge hat, so lese ich das grade beim Googeln, 54 Gipfel über 1000 Meter Höhe. Es wird also den ganzen Tag hoch und runter gehen.

Warum das eine Herausforderung ist

Letztes Wochenende haben wir unser Boot aus dem Wasser genommen. Viel zu früh, aber so richtig Zeit haben wir dieses Jahr nicht mehr zum Segeln und die Vorbereitung auf die Wanderung wollen wir beide nicht unterschätzen. Damit ist jetzt Zeit zum Wandern und Fit werden reichlich da. Vielleicht erst einmal ein paar Worte zu mir. Ich bin Thomas und 50 Jahre alt. Grundsätzlich bin ich gar nicht so unsportlich. Also von der Anlage geht’s. Ich habe damals in der Schule nur ein einziges Mal eine Siegerurkunde beim Sportfest bekommen. Da hatte ich aber auch eine Erkältung. Ansonsten waren es immer Ehrenurkunden. Leider habe ich nie etwas daraus gemacht. Meinen kurzen Ausflug zum Fußball beendete eine hart reingeschlagene Ecke, die ich mit dem Rücken ins eigene Tor abgelenkt habe. Die war aber auch hart geschlagen und ich wollte mich schützen und habe mich weggedreht, statt den Ball raus zu köpfen. Danach hatten die Mannschaftskameraden dann auch das Interesse an mir verloren. War echt nicht mein Sport.

Es folgten immer wieder jogging Versuche. Die scheiterten aber regelmäßig an meinem Job als IT-Berater und am vielen Reisen. Na und Jahr für Jahr wurde ich dann auch schwerer und untrainierter. Kurz gesagt: „Übung tut auf jeden Fall not!“

Unsere kleine Reisegruppe

Die zweite im Bunde ist meine Freundin, oder wie man in unserem Alter wohl sagt, Lebenspartnerin. Blödes Wort, ich bleibe bei Freundin. Katrin ist deutlich schlanker und fitter. Sie macht zwar den selben Job wie ich, hat es aber immer geschafft, nebenbei noch Sport zu machen. Katrin kam auch auf die Idee mit dem Wandern. Und zwar hat sie im Sommer ihren Urlaub auf dem Kungsleden verbracht. Ein Wanderweg im nördlichen Schweden. Da, wo es keine Bäume mehr gibt. Den ist sie mit Zelt und Isomatte gewandert. Ihr Problem sind die steilen Anstiege, für die sie sich noch lange nicht fit genug fühlt. Gute Voraussetzungen. So können wir zusammen trainieren.

Eigentlich fing unser Training damit an, dass ich sie eines Tages gefragt habe, ob wir nicht mal eine kleine Wanderung vor ihrer Kungsleden Wanderung als Vorbereitung machen sollten. An einem ungemütlichen Wintertag mit Schnee und leichtem Regen sind wir um irgendeinen norddeutschen See gelaufen. Ich glaube, es waren so 15 Kilometer ohne wirkliche Anstiege. Zumindest waren wir uns danach einig, dass auch Katrin noch reichlich Training benötigt, bevor sie mehrere Tage am Stück durch Nordschweden laufen kann. So folgten weitere Seen, die ersten beiden Etappen des Rothaarsteigs und eine Dreitagestour im Teutoburger Wald. Bei den Touren war jeweils Stefan mit dabei und bei der zweiten Tour zusätzlich noch Stefans Frau Birgit.

Da wären wir dann auch beim Dritten im Bunde. Stefan will uns auch wieder in Mallorca begleiten. Stefan ist so unser Alter. Auch Berater. Wir haben lange in einer Firma gearbeitet und sind dadurch Freunde geworden. Der Fitnessstand bei Stefan? Nun ja, er fährt sehr viel Fahrrad und hat somit eine Grundkondition und viel Ausdauer. Beim Wandern hatte er so unser Niveau. Ein wenig Training kann ihm auch nicht schaden. Seine Frau kommt leider nicht mit.

Wir drei, Katrin Stefan und ich bilden somit unsere kleine Reisegruppe.

Wir wollen der GR221, den Trockenmauerweg, von Südwest nach Nordost laufen. Allerdings planen wir keine wilden Übernachtungen im Zelt oder Tarp, sondern wollen in Refugios oder wenn das nicht möglich ist, in Hotels übernachten. Eine grundsätzliche Strecke haben wir uns schon zusammengebastelt. Dieses Wochenende will sich Stefan unseren Vorschlag auch einmal ansehen und eventuell noch Anmerkungen loswerden.

Das Training fängt an

Heute, die Borussia hat zweimal in Freiburg eine Führung verspielt, bin ich dann schlecht gelaunt nach dem Spiel losgelaufen. Um 19 Uhr war Sonnenuntergang. So durfte der Weg nur zwei Stunden dauern. Ich bin dann einmal in den nächsten Ort gelaufen und auf anderem Weg wieder zurück. Viel Straße und nur wenig Berge. Dafür war ich schnell unterwegs. Für die 9,6 Kilometer habe ich eine Stunde fünfundvierzig gebraucht. Das ist immerhin ein Schnitt von 5,5 km/h. Ich habe mir gedacht, dass ich schnell gehen muss, wenn ich keine Berge dabei habe. Der Effekt sollte ähnlich sein. Die Berge simuliere ich jeden Mittag im Büro. Da nehme ich für die 16 Etagen von der Kantine ins Büro immer die Treppe. Oder nein, nicht immer. Im Sommer war die Luft im Treppenhaus nicht auszuhalten. Jetzt geht es aber wieder. Die Treppe gehe ich immer mit Felix. Felix ist so eins neunzig groß, läuft immer mit den Händen in der Hose vor mir her und nimmt zwei Stufen auf einmal. Aber Felix ist nett und geht langsam, auch wenn er mit seinen 50 KG Körpergewicht sicherlich doppelt so schnell gehen könnte. Aber alleine gehen will wohl er auch nicht.

Vorgestern bin ich schon mal neun Kilometer gelaufen. Da allerdings mit Rucksack und Joggingschuhen. Keine Ahnung, ob es daran lag. Jedenfalls hatte ich danach bis heute morgen Rückenschmerzen. Ich konnte kaum einschlafen. Hoffentlich taten die Wanderschuhe meinem Rücken heute besser. Aber mit 50 ist das wohl normal, dass es an jeder Stelle zwicken darf, wenn man ungewohnte Bewegungen macht.

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