Road to Svendborg

Warmup Silverrudder – Südsee Rund

Warmup Silverrudder

Nur vier Boote treffen sich an der Ansteuerungstonne Schlei zum “Warmup Silverrudder”. Von hier soll es rund Lyø durch den Svendborgsund, rund Langeland und zurück gehen. Single- oder doublehanded und nonstop.

Das Konzept gefällt uns, und da Thomas auch beim Silverrudder 2018 gemeldet ist, fahren wir mit. Auch wenn die drei anderen Boote deutlich größer und besser ausgestattet sind. Das Silverrudder hat 2012 auch mit nur 15 Teilnehmern gestartet. Wär doch schön, wenn sich eine ähnliche Veranstaltung auch mit Start in Deutschland etablieren könnte, am liebsten shorthanded.

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https://www.youtube.com/watch?v=CQGB4LAXB6U

 

Rund Lyø

Am Donnerstag Abend sitzen wir zu siebt in unserer Plicht zusammen und Robert spendiert kaltes Bier (bessere Ausstattung halt, bei den Temperaturen nützt es nicht mal, das Bier in einer Tüte ins Wasser zu hängen). Wir hören viele Geschichten von vergangenen Regatten und so wird es ein wirklich schöner und kurzweiliger Abend.

Freitag 14 Uhr soll der Start an der Ansteuerungstonne Schleimünde sein. Die zwei Boote, die mit uns in Olpenitz lagen, setzen im Vorhafen die Segel. Die “Je Vole” hat ihren Namen zu Recht, als der Wind ins Segel gereift, fliegt das Boot los das ich nur noch denke “tschüß”. Welches das vierte Boot ist, wird uns zunächst nicht klar, ist viel los an der Tonne. Wir haben aber vereinbart uns alle 2 Stunden auf Kanal 88 zu melden und erfahren dann: Das Boot mit dem leichten Squarehead. Tatsächlich schlagen wir uns zunächst am Wind gar nicht schlecht und können sogar von unserem letzten Platz kurzzeitig auf den zweiten vorrücken. Das ändert sich aber leider sehr schnell wieder. Vor Lyø schläft der Wind ein, was uns erneut erlaubt, wieder etwas aufzuschließen. Ohne Ausstattung sind wir halt leichter.

Mommark querab

Aber als die Boote vor uns um Lyø biegen, segeln sie mit raumen Wind auf und davon. Als wir endlich auch den Kurs ändern müssten wir mehr Segel in den labilen Wind stellen. Uns fehlt aber in der aufziehenden Dämmerung vorm Wind noch die Sicherheit, unseren großen Spi zu setzen. Nach den Funkkontakten bleibt uns nur noch, die größer werdende Distanz zu den anderen auszurechnen. Trotzdem, wir fahren nicht allein durch die aufkommende Nacht und das ist schön, irgendwie.

Der Svendborgsund

Vor dem Start haben wir uns eine Navigationsapp aufs Handy geladen. Udo hat uns einen Streifen Pilzklett geschenkt und damit haben wir nun einen kleinen Plotter im Cockpit. Die Ausstattung macht sich. Vor einer guten Woche haben wir den Svendborgsund schon mal im Dunkeln nur mit unserem Fischfinder (der angeblich auch Navi kann) durchfahren, das hat sich nicht bewährt. Der Kontrast ist einfach so schlecht, dass weder Tonnen noch Tiefenlinien vom Ruder aus erkennbar sind. Das heißt, spannend war es schon. Wir haben mit der Taschenlampe nach den Tonnen gesucht und und uns schön an die Richtfeuer gehalten. Aber diese klassische Methode zu navigieren hält natürlich auf. Dachten wir. Aber dieses Mal hatten wir bei der Durchfahrt alle Zeit der Welt. Es war nämlich kein Wind. Gar kein Wind. Null.

Flaute

Und so wurden wir sachte vom mitlaufenden Strom gepackt und im Traktorstrahl durch den Tonnenstrich gezogen. Auf der Werft in Svendburg wurde noch gearbeitet, Lärm und viele Lichter am Ufer und wir schweben lautlos an allem vorbei. Unsere einzige Sorge war, dass der Strom kippt, bevor wir den Sund geschafft haben. Aber wir sind noch so eben mit dem Strom durchgerutscht und bei Troense wehte auch wieder ein Lüftchen.

Rund Langeland

Also neuer Kurs vorm Wind. Die Polka nimmt Fahrt auf, die Ruderwirkung ist aber gleich Null. Wir fahren, als hätten wir gleich mehrere Platten. Ein Blick übers Heck zeigt dicke Seegrasbüschel die sich an den Rudern verfangen haben. So können wir nicht fahren. Wir befreien die Ruder mit dem Bootshaken. Steuern können wir nun wieder, aber am Kiel hängen wohl noch einige Zentner Seegras. Leider kommen wir nicht auf die Idee, mal rückwärts zu fahren und so eiern wir bis zur Morgendämmerung der Nordspitze Langelands entgegen. Als der Wind erneut komplett einschläft, bildet sich ein Seegrasfeld um die Polka. Der Kiel ist wieder frei, Wind kommt auf und so geht es flott an Lohals vorbei.

Sonnenaufgang

An der Ostseite Langelands bekommen wir frischen Wind zu fassen. Es geht zügig voran. Als wir die Südspitze erreicht haben, entscheiden wir uns dennoch, Wendtorf direkt anzulaufen. Montag müssen wir wieder arbeiten und die anderen haben inzwischen mehrere Stunden Vorsprung.

 

Nächstes Jahr gerne wieder

Beim Silverrudder starten dieses Jahr 450 Boote, viele davon aus Deutschland. Vielleicht haben davon nächstes Jahr einige mehr Lust auf ein Warmup, vielleicht zusammen mit dem Partner so wie bei uns. Uns haben die Strecke und die lockere Atmosphäre viel Spaß gemacht und nächstes Jahr sind wir wieder dabei. Hoffentlich sind wir dann schon mutiger unterwegs und wir haben ein paar kleinere Boote dabei, die länger in Sicht bleiben.

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