Logbuch Segeln Werkstatt

Wer schnell sein will muss leiden

Riss im Rumpf

Da musst du nochmal ran!

Deck geschrichen   Aussenseite

Frank, der Werftchef hat sich meine Schleifarbeiten angesehen. Ich hatte ihn gebeten, das Unterwasserschiff zu machen. Also drei Schichten aufzutragen:

  • Osmoseschutz
  • Grundierung und
  • Antifouling.

Dafür sollte ich das Unterwasserschiff glatt machen, nachdem ich das alte Antifouling abgeschliffen und ein paar Macken ausgebessert habe. Wir wissen nicht, was vorher für ein Antifouling drauf war, deshalb musste das alte runter. Also eine gute Gelegenheit, alles gründlich zu machen.

„Da musst du noch mal ran. Wenn es glatt werden muss, geht das nur mit der Hand und einem Schleifklotz. Sonst macht man sich immer wieder Beulen rein“. Ok, also alles noch einmal. In Summe habe ich fast das komplette Osterwochenende damit verbraucht, das Unterwasserschiff zu spachteln und mit der Hand glatt zu schleifen. Mal abgesehen davon, dass ich den Mast inspiziert und gewartet habe. Davon später.

Oder lohnt das nicht mehr?

Kurz vor dem Kiel habe ich eine Stelle entdeckt, die immer feucht war. Ich habe sie ein paar Mal trocken gerieben. Ein paar Stunden später war es wieder feucht und am nächsten Tag nass. Das muss aus dem Rumpf kommen. Irgendwie wollte ich es nicht wahrhaben und bin den ganzen Sonntag daran vorbei geschlichen und habe andere Stellen geschliffen. Irgendwann gegen späten Nachmittag habe ich dann doch den Excenterschleifer genommen und die Stelle freigelegt. Ein etwa 20 cm langer Riss kam zum Vorschein. Oh nein, auch das noch.

Riss im Rumpf

Der Sache konnte ich nicht so richtig auf den Grund gehen, weil auf der Oberseite das Kielschwein lebt. Ein Kantholz fest einlaminiert. Habe ich diesen Winter sogar noch mit einer neuen Schicht Matte am Rumpf befestigt. Von oben ist alles gut zugebaut.

Ursachenforschung

Am Montag früh konnte ich Frank den Riss zeigen. Der konnte sich den Grund gut vorstellen. Da das Kielschwein ständig im Wasser stand und niemand sich auch nur einen Ditz darum geschert hat, das Kielschwein mal zu streichen, geschweige denn das Boot dicht zu kriegen, damit das Kielschwein trocken bleibt, ist es nun morsch geworden. Dadurch wurde es weich und wir hatten eine extreme Punktbelastung vom Mast.

Kielschwein

Immerhin konnte Frank mir Mut machen: “Ist alles Kunststoff, kriegen wir wieder hin! Gut abschleifen, so dass man ein paar Matten gegeneinander von unten einarbeiten kann. Dann oben das Kielschwein raus und ein neues Kantholz einbauen. Fertig.” Schade, innen war wieder alles soweit ok. Das Bett ist wieder in Ordnung und eingeklebt und die erste Schicht Lack ist auf die Vorstrichfarbe gekommen.

Katrin beim Streichen     Koje

Wir haben die Reparatur an die Werft vergeben. Das soll vernünftig gemacht werden. Auf die Stelle kommen Tonnen Gewichte, wenn wir den Mast ordentlich durchsetzen. Und neue Wanten sind schon bestellt.

Es wird uns immer klarer, dass ein Mini viel Zuneigung braucht. Trifft man andere Minifahrer erzählen die einem direkt, was sie alles für ihren Kleinen in der letzten Zeit gemacht haben. Wer schnell sein will, muss leiden!  So ein “Rennboot” ist zu leicht gebaut, als dass man denken könnte, da kann ruhig die Saison über Wasser drin stehen. Dann gibt es Schäden. Apropos Wasser drin stehen…

Der Mast

Den Mast hatte ich mir schon am Karfreitag vorgenommen. Eigentlich ist so ein Mast nur ein Alurohr. Er hat ein Profil, damit das Großsegel in einer Nut hochgezogen werden kann und er etwas mehr Stabilität hat. Darüber hinaus ist hier und da ein Beschlag angebracht. Ganz oben ist mittig ein kleiner Steg angeschweißt, an dem innen die Umlenkrollen für das Groß angebracht sind. Oben drauf sind die Dreifarbenlaterne, die Windex und die Masteinheit für den Windmesser angebracht. Seitlich davon ist der Mast offen. Das ist nicht viel, auf jeder Seite etwa 12 x 2 Zentimeter. Aber hierdurch und durch die Durchgänge der Fock und Spifallen (es sind 4 Durchgänge) kommt bei jedem Regen Wasser, das schön über das Kielschwein ins Boot läuft.

Zunächst habe ich die kleinen Öffnungen mit Plexiglas und Silikon geschlossen.

Mastspitze   Mastbeschlag

Dann habe ich kurz über der Stelle, wo der Mast durch das Deck geführt wird, ein 10mm Loch gebohrt und dadurch 2K wasserdichten Montageschaum eingebracht. Und zwar so, dass der Mast von innen dicht ist und das Wasser durch das kleine Loch aufs Deck laufen kann.

Darüber hinaus habe ich den reparierten Beschlag für den Baumniederholer angeschraubt, eine neue Antenne angebracht und das Kabel neu eingezogen, ein neues und für die Umlenkrollen passendes 6mm Großfall eingezogen und die Dreifarbenlaterne erneuert. In das neue Großfall setzen wir unsere Hoffnung. Letzte Saison war das Großsegel kaum hoch zu bekommen, das lag z.T. sicher an dem zu dicken Fall, dass nicht sauber in den Rollen gelaufen ist.

Wie geht es weiter?

Wenn wir das wüssten. Die Werft will mit allen Arbeiten bis zum ersten Mai-Wochenende fertig sein. Da ist immer noch offen, ob der ganze Rumpf lackiert oder nur die Schadenstelle mit Gelcoat repariert wird. Die Wanten werden jetzt hergestellt und sollen in 10 Tagen fertig werden. Der neue Code 0 hoffentlich auch.

Wir müssen noch sämtliche Beschläge samt Seereling wieder anbringen. Der Gennakerbaum muss neu verstagt werden. Das Funkgerät und der Plotter müssen neu angeschlossen werden. Und dann mal sehen, wie das Boot nach der Reparatur von innen aussieht.

Eure MINImalisten

 

 

 

 

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