Stand der Dinge

Die Polka ist kurz vorm Wasser, oder was sonst so alles geschah

Polka, jetzt in blau.

Ende Mai. In NRW ist es das letzte lange “Brückentagswochenende”. Heute ist Fronleichnam. Ich sitze bei herrlichem Wetter draußen am Rechner. Die Bildschirmhelligkeit ist am Anschlag. Auch so kann ich bei der Sonne nur erahnen, was ich schreibe. Lieber würde ich ja jetzt segeln. Aber dazu mehr.

Wir wollen euch hier einen kurzen Überblick geben, was an der Polka noch zu tun ist, welche Projekte wir sonst noch so haben und wie wir unseren Code 0  noch verbessern wollen.

Wie geht’s der POLKA?

Steht noch in der Werft, aber nicht mehr lange!!!
Der Sturmschaden ist behoben. Wir haben der Werft das Geld überwiesen. Die Versicherung rührt sich seit zwei Wochen nicht. Die spielen den Toten Mann. Gestern hat unser Anwalt ein letztes Warnschreiben mit Klageandrohung rausgehauen.
Der Polka fehlt noch der Unterwasseranstrich. Den soll es diese Woche noch von der Werft geben. Grundierung, Wasserstop und Antifouling. Die drei Schichten werden nass auf nass aufgesprüht.
Der Schaden am Unterwasserschiff ist auch soweit behoben. Nachdem der Schaden von außen repariert wurde, ist er jetzt auch von innen mit 5 Lagen Glasfasermatte beseitigt worden. Hier wird jetzt noch das neue Kielschwein angepasst und eingeklebt. Das alles soll bis zum 8.Juni fertig sein.

Außerdem will die Werft den Mast schon für uns stellen und den Durchlass mit einer Dichtmasse für viele Jahre versiegeln.
Wir müssen dann nur noch den Notausstieg wieder einkleben und die fehlenden Beschläge sowie die Seereeling wieder anbringen, die Sorgleinen spannen, das Solarmodul am Heckkorb befestigen, den Gennakerbaum anbringen und verstagen. Der soll ja einstellbar und komplett vom Cockpit aus bedienbar gemacht werden. Dann nur noch aufräumen, putzen und natürlich die “730” Aufkleber an den Rumpf kleben.

Mein Besuch auf dem Proto

Letztes Wochenende bin ich Fabian in Schilksee besuchen gegangen, mit unseren beiden Gennakern im Gepäck. Fabian fährt einen Proto. Er wollte die Segel mal sehen und ausprobieren. Da unsere Polka noch nicht im Wasser ist, haben wir uns bei ihm getroffen. Wenn wir meinten, Serienmini ist puristisch, weiß ich es heute besser. Von außen ist es nicht ganz so extrem anders. Der Baum ist länger, der Mast ist länger, der Gennakerbaum ist länger und dicker. Die Wanten sind starr. Ansonsten ist es ein bekannter Anblick. Überall Beschläge und Leinen. Der Blick nach innen überraschte mich dann doch. Da das Boot aus Kohlefaser gebaut ist und Lack etwas wiegt, ist der Innenraum komplett schwarz! Der Blick durch den kleinen Einstieg geht ins tief Dunkle. Schemenhaft sieht man den Schwenkkiel. Der hängt in einem großen, mit Plane abgedecktem Behälter im Wasser.  Mit riesigen, den Weg und Blick nach vorne versperrenden Flaschenzügen, kann er geschwenkt werden. Schlafen kann man unter der Sitzducht, wenn die Segel in den Niedergang geräumt wurden. Ich gebe zu, der Schritt vom Dickschiff dahin wäre mir Stand heute dann doch zu groß.
Das Wetter hat dann leider nicht mitgespielt. Trotz guten Windes lag eine dichte Nebelschicht über Schilksee. Also haben wir die Segel nur so im Hafen hochgezogen. Ich bin echt schwer begeistert. Sowohl unser neuer Code 0 als auch der Code 5 sind echte Schmuckstücke.

 

 

 

 

 

 

 

Echt toll, bisher sind alle Minifahrer super nett und voller Ideen und Geschichten. Auch Fabian hat mir wieder viele Tipps gegeben. Z.B. hat er am Code 0 am Schothorn Klett einnähen lassen. Auf der einen Seite die Männchen und auf der anderen Seite, etwas versetzt die Weibchen. Wird das Segel mit dem Furler eingerollt, hält der Klett es als Rolle zusammen. Rollt er es ab, macht es einmal ratsch und das Segel ist frei. Tolle Idee. Dann sind am Vorliek seines Code 0 einige Streifen angebracht, die von der Spitze an auseinander laufen. Die Streifen sind so 50 cm lang. Die helfen einem zu sehen, wann das Segel am Vorliek beginnt einzufallen und man es etwas schließen muss. Auf dem weißen Segel sieht man das sonst nicht besonders gut. Lassen wir im Winter auf jeden Fall bei uns auch einbauen. Der Code 5 hat zumindest dunkle Streifen am Vorliek, die das Einfallen des Segels besser sichtbar machen sollen.

Und dann hatte Katrin letztes Jahr Schwierigkeiten, dass Groß hoch zu bekommen und will deshalb nicht alleine segeln. Fabian fährt einen einfachen Flaschenzug am Großfall und benötigt somit nur die Hälfte an Kraft. Das haben wir letztes Wochenende dann auch schnell eingebaut. Der super nette Verkäufer aus Schilksee, mit offensichtlich viel Erfahrung im Regattabereich hat uns 35 Meter Fall und eine kleine Rolle verkauft. Dann hat er uns noch 2 Meter dünnes Dyneema geschenkt, damit wir den Palstek vernähen können, mit dem wir das Fall an der Mastspitze befestigen. Der gemeine Palstek öffnet sich, wenn er nicht unter Druck steht. Hättest du dran gedacht? Wir nicht!

Unsere sonstigen Projekte

Aus lauter Frust, dass unser Böötchen immer noch nicht im Wasser ist, widmen wir uns zur Zeit verstärkt anderen Projekten.

SBF See Podcast

Erst einmal haben wir weitere Podcasts zum Thema Sportbootführerschein See aufgenommen. In den Podcasts gehen wir die Fragebögen zum SBF See durch und erklären die Antworten. Hätten wir damals gut gebrauchen können. Die vielen langen Autofahrten nutzen und lernen. Immerhin denken auch andere wie wir. Es wurden Stand heute schon über 1600 Downloads davon gemacht.

DSGVO

Dann verbessert Katrin fortwährend unseren Blog. Die DSGVO hat natürlich auch uns getroffen. Die Datenschutzerklärung musste komplett überarbeitet werden, einige Plugins wurden ausgewechselt und erneuert oder mussten neu eingestellt werden. Und so weiter und so fort. Dabei wollen wir doch von niemanden Daten sammeln, geschweige denn weitergeben. Wir haben schon immer versucht, möglichst wenig Daten weiterzugeben. Z.B. haben wir die Sharebuttons schon immer über Shariff eingebunden und die IP-Adressen anonymisiert. Aber wir waren doch überrascht, was man noch alles überarbeiten kann und muss.

Kapitelüberschriften

Dann hat Katrin noch die Möglichkeit gefunden, Kapitelüberschriften zu setzen. Klingt einfach, muss man aber erstmal drauf kommen. Aber das Ergebnis lässt sich sehen. Schaut doch mal nach, z.B. unter Segeln → Silverrudder.

Logbuch

Auch baut Katrin an einer Logbuchfunktion. Da wird man eine Reise eintragen können. Für die Reise können dann Logbucheinträge mit vorgegebene Daten eingetragen werden. Z.B. Ort abends, Datum, signifikantes Wetter. Nach den Daten können die Logbucheinträge dann gefiltert werden. Drückt man auf einen Eintrag, können weitere Informationen, Bilder oder Text angesehen werden. Echt ein tolles Tool. Einen Prototypen hat Katrin mir schon gezeigt. Ich bin ganz begeistert.

Windphänomene

Ich habe mich die letzte Zeit wieder mit dem Silverrudder beschäftigt. Dabei bin ich auf der Jagd nach Windphänomenen, die auf dem Kurs rund Fünen vorkommen können. Küstenkonvergenz und Leitplankeneffekt sind nur zwei Worte, die ich in den letzten Tagen gelernt habe. Zur Zeit, wir sind ja Blogger und damit mitteilungsbedürftig, arbeite ich einen Text aus, um euch die Arbeit der Recherche zu ersparen. Ich denke, nicht nur zum Silverrudder kann man die Ausarbeitung gebrauchen. Sollte jeder wissen, was eine nasse und eine trockene Kumuluswolke für besondere Windfelder erzeugt!

Ich weiß nicht, wie oft ich die nächsten Sätze schon geschrieben oder zumindest gedacht habe. Der nächste Blogeintrag dann hoffentlich mit einem Bericht zur Jungfernfahrt 2018 mit unserer Polka. Wären wir ganz normal ins Winterlager an der Schwentinemünde gegangen, wären wir immerhin seit Mitte April im Wasser. Wenn ihr schon könnt, genießt also jeden Tag auf dem Wasser und denkt immer dran, mehr als 7 Meter Boot braucht kein Mensch und auf dem Wasser ist es am Schönsten. In diesem Sinne euch allen eine schöne Segelsaison.

Wünschen euch Katrin und Thomas

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