und sonst Wandern

Wandern auf Mallorca

Cala Deia Mallorca

Im März 2021 hatten wir wieder gut eine Woche lang Zeit um auf Mallorca zu wandern. Die folgenden Etappen sind wir gegangen:

  1. Sant Elm nach Ses Fontanelles
  2. Ses Fontanelles nach Banyalbufar
  3. Banyalbufar nach Valldemossa
  4. Valldemossa nach Deià
  5. Deià nach Sóller
  6. Sóller nach Orient
  7. Alaró nach Lloseta

Ein Kapitel über Corona (das ihr gerne überspringen könnt)

Wir waren in Pandemie Zeiten eine Woche lang Weitwandern auf Mallorca. Mit gutem Gewissen! Wir haben direkt, als die Inzidenz auf Mallorca unter den vom RKI seit einem Jahr festgelegten kritischem Stand fiel, unsere Flüge gebucht. Das war noch deutlich bevor die BILD das Thema aufgegriffen hat und von Ballermann Urlaub auf Malle gesprochen hat. Worauf dann erst die restliche Presse und dann die Bundesregierung das Thema aufgegriffen hat. Erst als wir schon auf Mallorca waren wurde klar, dass wir für den Rückflug einen Test brauchen.

Party auf Malle?

Es war natürlich keine Party-Stimmung auf Mallorca. Die mallorquinische Provinzregierung hat auch für Urlauber sehr strikte Regeln, und hohe Strafen. Dabei gab es dort wo wir wandern waren seit Wochen keinen einzigen Corona-Fall (sagte uns jedenfalls eine Hotelbesitzerin). Der gefährlichste Tag unserer Reise war daher sicher der Covid-Test-Tag in Palma vor dem Rückflug, den wir uns gerne erspart hätten.

Aber wir wollen nicht politisch werden, sondern einen Reisebericht schreiben. Nur eins noch. Eine Mitreisende, die Tochter von Stefan hat sich einschüchtern lassen und Angst bekommen, nicht mehr zurück zu kommen. Sie hat den Flug abgesagt.

Wir restlichen drei sind aber geflogen.

Kein Corona nach Malle tragen

Die Testpflicht vor dem Flug finden wir vernünftig. Blöd wurde es, weil ich sparsam sein wollte. Ich hatte den günstigsten PCR Test in Dortmund für 75 Euro herausgesucht. Dachte ja nicht, dass das zu einem Problem führen könnte. Katrin und ich sind dann Donnerstags als erste am Testzentrum, direkt um acht Uhr. Der Test war bis auf einen Hustenanfall meinerseits, als mir der junge Mann den Stab ganz tief in den Hals geschoben hatte, problemlos. Nur das Ergebnis ließ auf sich warten. Zwischen 24 und maximal 36 Stunden wurde uns versprochen. 

Auf den Weg zum Bahnhof wollten wir uns morgens um viertel nach vier machen. Das Ergebnis kam um halb drei. Wir haben schlecht geschlafen, aber egal. Am Ende hatten wir das Ergebnis und waren pünktlich um kurz vor sechs in Düsseldorf am Flughafen. Der Flug ging um sieben Uhr dreißig. Einchecken, Rucksäcke beim Sondergepäck aufgeben und dann zum Wartebereich. 

Sicher fliegen

Das Einsteigenen lief dann tatsächlich gesittet ab. Reihe 1 bis 10Auch beim Aussteigen haben tatsächlich alle mit dem Aufstehen gewartet, bis die Reihe davor losmarschiert war. Im Flughafen selbst wurde es dann komisch. Scheinbar waren einige Flugzeuge zur gleichen Zeit gelandet. Passagiere inländischer Flüge (soviel zu den Pressebereichten, dass Spanier selbst nicht nach Mallorca dürften, aber die Deutschen) wurden nach links und internationale Flüge nach rechts sortiert. Dann ging es durch eine Corona Test Kontrolle und Fiebermessung. Dabei wurden die Passagiere für meine Begriffe ziemlich nah zusammen getrieben. Hätte man sicherlich besser machen können., dann 11 bis 20 und so weiter. Die Leute hielten Abstand, das Einsteigen war problemlos. Etwas verwundert waren wir, dass die Boeing komplett ausgebucht war. Aber mit der Lüftung ins Gesicht und der Gewissheit, dass jeder an Bord kurz vorher einen Corona Test gemacht hat, fühlten wir uns sicher.

Bunyola

Auch beim Aussteigen haben tatsächlich alle mit dem Aufstehen gewartet, bis die Reihe davor losmarschiert war. Im Flughafen selbst wurde es dann komisch. Scheinbar waren einige Flugzeuge zur gleichen Zeit gelandet. Passagiere inländischer Flüge (soviel zu den Pressebereichten, dass Spanier selbst nicht nach Mallorca dürften, aber die Deutschen) wurden nach links und internationale Flüge nach rechts sortiert. Dann ging es durch eine Corona Test Kontrolle und Fiebermessung. Dabei wurden die Passagiere für meine Begriffe ziemlich nah zusammen getrieben. Hätte man sicherlich besser machen können.

Im Shuttle zum Anfang des GR221

Placa de Mossen Sebastia Grau

Vor dem Flughafen hatten wir aber wieder ein positives Ereignis. Das Shuttle stellte sich als Kleinbus, nur für uns, heraus. Die junge Dame am Steuer war freundlich, dafür recht flott unterwegs und brachte uns direkt zur Bushaltestelle in Sant Elm. Also exakt zu unserem Startpunkt des GR221.

Und da standen wir drei dann da. Unsicher wie schlimm es wegen Corona werden würde. Würden wir immer was zu Essen bekommen? Die Restaurants durften nur bis 17 Uhr öffnen. Was war mit den Hotels? Eine Ansage war ja, dass man nur ein Zimmer gemeinsam bewohnen darf, wenn man zusammen wohnt. Tun Katrin und ich ja meistens, unsere Ausweise sagen jedoch etwas ganz anderes. Allerdings hatten wir vorher alle Hotels angerufen und keiner hatte ein Problem mit uns.

1. Etappe: Sant Elm nach Ses Fontanelles

Refugio Ses Fontanelles Mallorca

Teile der Wanderung sind wir ja schon letztes Jahr gewandert. Dieses Jahr waren die Refugios jedoch wegen Corona geschlossen, daher mussten wir einige Etappen abwandeln. Auf der ersten Etappe haben wir nur am Schluss ein wenig Straßenstrecke vermieden und sind ansonsten auf dem Wanderweg GR221 geblieben. Gestartet sind wir wieder am Place de Mossen Sebastia Grau. Es geht nach Nord-Osten auf einer kleinen Straße entlang bis diese einen scharfe Rechtskurve macht. Der Wanderweg führt hier geradeaus weiter und ist leicht zu übersehen. Schon auf den ersten Metern fallen uns die vielen Blumen auf, hier ist Frühling.

Frühling auf Malle

Es geht steil bergan und bald haben wir wieder einen spektakulären Ausblick auf die Insel Sa Dragonera. Der Weg war besser in Schuss als letztes Jahr und die Kletterstelle, die uns letztes Jahr noch Probleme bereitet hat, war diesmal leicht zu meistern. Es waren deutlich mehr Leute auf den Wegen unterwegs als letztes Jahr. Besonders das Kloster “La Trapa”, das auf dem Weg liegt zog an diesem sonnigen Samstag viele Familien an.

Am “Mirador d`en Josep Sastre” legen wir wieder eine Pause ein und Thomas probiert seinen neuen Hobo-Kocher aus. Leider ist es auch dieses Jahr sehr windig und wenn es auch nicht so kalt weht wie letztes Jahr, so weht es doch die Esbit-Flamme weg. Der Instant-Kaffee schmeckt uns aber auch lauwarm ;-). Den Hobo-Kocher haben wir nicht noch einmal ausgepackt. Man braucht schon eine sichere, felsige Stelle um den Kocher sicher zu betreiben ohne die Insel in Brand zu stecken. An solchen Stellen weht aber meist der Wind. Auf dem Rückweg sind wir in Palma aber in den Intersport gegangen um nachzusehen, ob es da Gaskartuschen mit Schraubverschluss gibt. Ja, gibt es. Wenn es in den Zeitplan passt und man noch schnell vor der Wanderung einkaufen gehen kann, wäre ein kleiner Gaskocher beim nächsten Mal unsere Wahl.

So um 18:30 kommen wir im Refugio an, bekommen sofort ein kaltes San Miguel und sehen gleich am ersten Tag die Mönchsgeier kreisen. Die sehen wir von nun an fast jeden Tag am Himmel. Fledermäuse sehen wir auch oft.

Im Refugio Ses Fontanelles kann man inzwischen ein Drei-Gänge-Abendessen für 19 Euro vorbestellen, das von der Köchin Maria zubereitet wird und sehr zu empfehlen ist! Außerdem bekommen wir den großen Schlafsaal exklusiv für uns drei. Die restlichen Gäste haben sich Ferienwohnungen gemietet.

2. Etappe: Ses Fontanelles nach Banyalbufar

Wir haben alle gut geschlafen und es war anders als letztes Jahr auch nicht so kalt im Schlafsaal. Der Tag startet dann mit einem einfachen aber guten Frühstück. Dann geht es drei Stunden den Berg hoch. Von oben sehen wir aufs Meer und sehen dort Wale schwimmen! Jedenfalls glauben wir, dass Delfine wohl zu klein wären um sie von hier oben zu sehen und Grindwale sollen hier vorkommen. 

Diese Etappe laufen wir exakt wie letztes Jahr. Wir stapfen durch hohe Grasbüschel und die umgefallenen Bäume liegen noch immer auf dem Weg. Auch dieses Mal macht uns am Schluß ein steiler Schotterweg bergab zu schaffen. Wir rutschen jeder mindestens einmal aus und die Waden schmerzen. Aber schön ist es doch.

Wir kehren auch wieder im Restaurante Vall Hermos in Estellences ein und das ist wieder sehr gut. Unbedingt das grüne alkoholfreie Bier probieren! Dann geht es weiter und wir kommen in den Dschungel. Alles ist grün und die Frösche quaken. Wir übernachten wieder in dem kleinen Hotel Son Borguny und die Wirtin erinnert sich sogar noch an Thomas. Hier bekommen wir auch abends noch etwas Gutes zu Essen.

3. Etappe: Banyalbufar nach Valldemossa

Es gibt im Hotel auch dieses Jahr ein gutes Frühstück. Dann geht es wieder den Berg hoch auf dem schönsten Trockenmauerweg der Reise, den Berg runter und dann Kaffee und Kuchen auf einem belebten Platz in Esporles. Wir decken uns noch mit frischem Wasser und Pasteten ein und dann geht es den nächsten Berg rauf. An der Stelle, an der der GR221 von der Straße abzweigt, steht dieses Jahr wieder ein Schild. Dafür ist die schöne Wasserstelle nach dem Abzweig inzwischen eingezäunt und eignet sich nicht mehr für einen Stopp. Also weiter durch den Steineichenwald nach oben. Die Bäume scheinen direkt aus den Felsen zu wachsen. Es ist eine ganz verwunschene Landschaft. Oben angelangt steht man an einer Klippe mit Blick auf den nächsten Berg auf der Tour. Das ist ein wenig demotivierend, aber der Weg runter geht über einen weichen Waldboden und der Weg hoch ist steil und windet sich in Serpentinen hinauf. Dafür aber wieder mal besonders idyllisch und abwechslungsreich. Von oben hat man einen Blick bis nach Palma.

Bergab ist es steil und und anstrengend. Valldemossa ist dafür sehr schön. Essen kaufen wir uns im Supermarkt und essen es im Hotel Marton. Das Hotel ist modern ausgestattet mit Regendusche und beheiztem Klodeckel aber ich würde lieber wieder das Hotel von letztem Jahr nehmen.

4. Etappe: Valldemossa nach Deià

Das Frühstück bestand nur aus lauem Kaffee im Hotel. Dann sind wir los und haben uns Wasser und Teilchen in einer Bäckerei besorgt. Frühstücken tun wir unterwegs an einem aufwändig restaurierten Köhlerplatz mit Bänken und einem Grillplatz. Wir sind alle völlig begeistert von unseren diversen Teilchen. Leider finde ich die Bäckerei auf google nicht wieder. Beim nächsten Mal gibt es aber die Adresse. 

Hier haben wir den Aufstieg im Vergleich zu letztem Jahr etwas variiert und damit ein Stück Strasse gespart, das war eine gute Idee.

Am Gipfel gibt es auch hier eine besonders schöne Weitsicht und dann auch hier wieder einen steilen Abstieg der sich an einen Bergrücken schmiegt. Wir kommen wieder ab und an ins Rutschen und machen zwischendurch kurze Pausen um die Konzentration aufrecht zu erhalten. Unten gibt es feuchte Strecken mit Gras und Fröschen und in Deia gibt es sogar einen kleinen Wasserfall. Unser Hostal Villa Verde hat eine schöne Terrasse mit Blick auf die Berge und wir haben auf den letzten Drücker noch leckere Pizza zum Mitnehmen bestellen können und in einem kleinen Laden gibt es Nachschub für Estrella Bier. So läßt es sich bei gut über 20 Grad diesen Abend leben.

5. Etappe: Deià nach Sóller

Cala Deia

Erst Mal müssen wir uns einen Corona-Test besorgen. Das stellt sich als schwierig heraus. Alle drei hängen wir 1 ½ Stunden am Handy bis wir einen Termin in einem Krankenhaus in Palma für den letzten Tag organisiert haben. Immerhin.

Von Deia aus machen wir wieder etwas Neues und gehen diesmal runter bis zur Küste zum Cala Deia und dann den Cami dels Pintors entlang der wirklich malerisch ist. Zum Ende hin ist der Weg manchmal ausgewaschen und schwierig zu gehen. Dennoch war diese Strecke ein Höhepunkt der Reise! Auf dem Weg gibt es auch die Möglichkeit zum Meer zu gelangen. Das Wasser wäre mit 16 Grad auch schön zum Baden gewesen (Badezeug war dieses Jahr im Gepäck). Aber leider gab es Unmengen von roten Feuerquallen. An Baden war daher nicht zu denken und nachdem ich die Viecher einmal gesehen habe, habe ich mich auch an anderen Stellen nicht mehr ins Wasser getraut.

Getrennte Wege wandern

Ab Bens d’Avall verlassen wir wieder die Küste und stoßen nach einem Aufstieg wieder auf den GR221. Inzwischen ist es Nachmittag und wir müssen uns entscheiden, ob wir direkt nach Port de Soller gehen um rechtzeitig an einem Restaurant zu sein (Schließung wegen Corona um 17 Uhr), oder noch einmal zur Küste absteigen und dem Küstenwanderweg bis La Muleta folgen. Die Männer priorisieren die sichere Nahrungsversorgung höher als das andere Drittel der Gruppe und so trennen sich kurz unsere Wege.

Kleines Abenteuer

Der Küstenweg stellt sich als recht abenteuerlich heraus. Oft ist er nicht zu finden und nur ab und an ist ein Steinhaufen auf einem Felsrücken als Markierung zu finden. Aber irgendwie kann man sich mit GPS und Geduld durchschlagen und so erreiche ich Port de Soller sogar noch früh genug um mir schnell noch Pakora bei einem indischen Imbiss zu bestellen. Den Küstenweg nach La Muleta kann ich nur für Leute empfehlen, die sich auch querfeldein wohl fühlen. Der direkte Weg auf dem GR221 ist auch nicht ganz ohne. Es geht lang auf Kopfsteinpflaster bergab.

In Port de Soller legen wir uns noch ein wenig an den Strand und halten die Füße ins Wasser. Dann gehen wir noch auf dem GR221 nach Soller. Unser Hotel SólleRooms liegt mitten in Soller und hat einen Hinterhof in dem wir noch ein Bier trinken können. Das Hotel können wir wärmstens empfehlen. Allerdings haben wir uns beim Einchecken dusselig angestellt. Das geht alles inzwischen elektronisch und mit Schlüsselsafe, ohne jemandem vor Ort. Wenn man es aber kapiert hat, welcher Code wo zu finden ist, dann ist es ganz einfach. Das Preis/Leistungsverhältnis ist top. Soller ist auch eine Liebe auf den zweiten Blick. Letztes Jahr sind wir nur durch die Vororte gelaufen, das hat uns nicht so gut gefallen. Diesmal mit etwas mehr Ruhe hat Soller aber durchaus Flair! Hier könnte man gut auch mal einen Pausentag einlegen.

6. Etappe: Sóller nach Orient

Weitwandern auf Mallorca in der Tramuntana

Wir stehen früh auf, denn heute geht es übers Gebirge. Kaffee gibts aus einer Kaffeemaschine auf dem Zimmer, Frühstück gibt es dann unterwegs. Wir folgen zunächst dem GR221 aber anders als im letzten Jahr biegen wir nach 3 Kilometern auf einen Weg ab, der sich rechts vom Torrent de Biniaraix den Berg hochwindet. Das ist eine gute Entscheidung denn auf dem GR221 ist an diesem Feiertag so viel los wie Samstags auf dem Westenhellweg. Außerdem ist diese Variante schöner zu gehen denn der Weg ist ursprünglicher und abwechslungsreicher. Hier treffen wir auch zum ersten Mal einen Esel der wohl zu einer der im Hang verstreuten Hütten gehört. Wir wechseln dann noch einmal auf den GR221 bis dieser zum Cuber abbiegt und wir uns rechts halten.

Jetzt können wir uns zwischen einem Weg auf dem Kamm des Puig d´Alfàbia und dem Weg unten am Berg entlang entscheiden. Da der Weg am Kamm am Ende steil bergab führt und wir nicht sicher sind, wie gut der Weg begehbar und ausgewiesen ist, entscheiden wir uns für die sicherere Variante durchs Tal. Wir handeln uns mit dieser Entscheidung hüfthohes Gras und fiese Dornenbüsche ein. Zwei T-Shirts bezahlen den Weg. Oben angekommen sind wir alle geschafft. Wenn wir nächstes Mal fitter sind, versuchen wir es doch mit dem Weg auf dem Kamm.

Oben angekommen wird es schlagartig idyllisch. Durch Steineichenwälder geht es auf einem schönen aber nur langsam zu gehenden Weg runter nach Orient. Wobei wir am Ende des Weges vor einem verschlossenen Tor stehen, über das wir auch nicht klettern können. Wir müssen also noch einen Umweg machen, bis wir an ein Tor kommen, neben dem Steine aufgeschichtet sind. Hier können wir drüberklettern.

In Orient kommen wir rechtzeitig an um im Restaurant Orient ausführlich und gut zu speisen. Das tut gut. Jetzt haben wir noch gut 6 Kilometer und 200 Meter hoch und runter bis Alaro vor uns. Am Dorfausgang kommt uns ein Bus entgegen. Na gut, der fährt in die falsche Richtung. Aber nein, er hält und dreht und fährt jetzt also offensichtlich genau dahin, wo wir uns auch hinschleppen müssten. Das ist der Nachteil am Wandern in Gegenden mit guter Infrastruktur. Es gibt Alternativen und die werden von der Mehrheit auch gerne angenommen.

Das Hostal Can Tiu ist so einfach wie günstig. Es gibt leider keine Terrasse und keinen Hinterhof. Nachts läuten die Glocken direkt nebenan jede Viertelstunde. Das Frühstück am nächsten Morgen war aber reichlich und wurde sehr herzlich serviert. 

7. Etappe: Alaró nach Lloseta

Weitwandern auf Mallorca

Hätten wir vorher gewusst, wie der Tag läuft, hätten wir uns noch das Castell d’Alaró ansehen können. Wir glauben aber noch, einen weiten Weg vor uns zu haben und lassen das Castell links liegen. Es geht den Berg auf einem schönen Weg hoch und wieder runter. Bei dem Hof Son Ordines stehen wir aber vor einem Tor. Da der Weg direkt über den Hof führt wollen wir lieber um Erlaubnis zu passieren bitten zumal ein kleiner freilaufender Hund giftig bellt und ein Hund mit deutlich tieferer Stimme nicht zu sehen ist. Bei dem Lärm wird sich schon jemand blicken lassen zumal auch ein kleines altes Auto auf dem Hof steht. Es dauert eine ganze Weile, dann kommt ein kleiner alter Mann aus dem Haus und wedelt abweisend mit seinem Gehstock und ist auch nicht durch ein “Por favor” umzustimmen.

Nicht jeder Plan funktioniert

Da müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Laut Karte läßt sich der Hof Son Ordines allerdings nicht umgehen und so planen wir um und laufen nach Lloseta. Da gibts ein Restaurant mit Platz im Schatten und eine Bahnverbindung nach Inca. In Inca können wir auch am Feiertag Bier besorgen und finden ein Taxi nach Caimari. Das Hotel Senda Caimari Hotel ist sehr schön und hat einen Innenhof. 

Am nächsten Tag gibt es noch ein gutes Frühstück und dann müssen wir den letzten Tag unserer Wanderung damit verbringen, einen Corona-Test in Palma zu bekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit

Uns hat das Weitwandern auf Mallorca wieder sehr gefallen. Der März scheint noch angenehmer zu sein als der Februar, jedenfalls war der Wind nicht mehr so kalt und es hat viel mehr geblüht. Auch die Restaurants waren im März bis auf wenige Ausnahmen schon aus dem Winterschlaf erwacht. 

Abseits des GR221 sind die Wanderwege mit Vorsicht zu genießen. Sie sind nicht immer gut zu finden, manchmal schlecht zu gehen und selten sogar gesperrt. Man sollte also genug Zeit in Reserve lassen, wenn man sich auf kleineren Wegen aufmacht. Aber der Abenteuerfaktor ist dafür auch viel größer und es war eine gute Übung für schwierigere Touren den GR221 ab und an zu verlassen.

Wir kommen sicher wieder!!!

EtappeAnfangEndeStreckeAufstiegAbstiegDauer
1Sant ElmSes Fontanelles12,1 km540 m270 m04:04
2Ses FontanellesBanyalbufar19,8 km
770 m
950 m
07:13
3BanyalbufarValldemossa16,8 km
900 m
660 m
06:30
4ValldemossaDeia12,4 km
530 m
800 m
04:28
5DeiaSoller18 km
390 m
490 m
05:24
6SollerOrient12,6 km
970 m
550 m
04:56
7OrientLloseta16,8 km
490 m
570 m
05:02

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